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Mittwoch, 26. November 2014

Jesus: Wahr und besser


Kurzbiographie über Paul Schneider

Paul Schneider wurde am 29. August 1897 in der Nähe von Bad Kreuznach als Sohn eines Pfarrers geboren. In seinem Heimatort Pferdsfeld besuchte er die Dorfschule und wurde auch von seinem Vater unterrichtet. Danach ging er zum Gymnasium nach Bad Kreuznach. Als die Familie 1910 nach Hochelheim bei Wetzlar umzog, wechselte er auf das Gymnasium in Gießen, wo er das Notabitur machte, um dann in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Nach Ende des Krieges begann er in Gießen Theologie zu studieren. Schon in seiner Studentenzeit ging Pauls Eifer für die Wahrheit bis zum Äußersten. Er wäre deshalb sogar bereit gewesen, Freundschaften zu opfern, schrieb ein Studienfreund. Als junger Mann vermerkte Paul in seinem Tagebuch:
„So bleibt mir also nur, mein Leben ganz auf Gott, den Übervernünftigen und Wunderbaren, Allmächtigen und Grundgütigen zu legen. Von ihm will ich mir sagen lassen, was ich zu tun, wie ich zu leben habe; und auf alle eigenen Maßstäbe verzichten. Herr Gott, zeige du mir mein Ziel, das Ziel meines Lebens und meiner Arbeit! Für dieses Ziel gilt es dann alle Kräfte einzusetzen, ihm dienstbar zu machen, und so manches jetzt so Dunkle muss dann licht werden. Diese befreiende Ausschau schenke mir, mein Gott und Vater!“
Von 1926 bis 1934 war Paul Schneider Pfarrer in Hochelheim und dem Nachbarort Dornholzhausen. 1926 heiratete er seine Frau Margarete. Anfang der dreißiger Jahre erreichte die Weltwirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen auch die beiden Dörfer. Als eine Folge davon bekam die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) immer mehr Zulauf. Auch wenn Paul Schneider am Anfang unschlüssig war, was von Hitler zu halten sei, war ihm spätestens nach der „Machtergreifung“ 1933 klar, dass die Ziele der Nationalsozialisten nicht mit den Aussagen der Bibel in Einklang zu bringen waren, auch wenn manche Christen dies versuchten. Als am 31. März 1933 der neue, von den Nationalsozialisten dominierte Reichstag zusammenkam, sollten zu diesem Anlass im ganzen Land von 12.00 Uhr bis 12.30 die Glocken geläutet werden. Obwohl Paul Schneider dagegen war, entschied sich der Kirchenvorstand der örtlichen Kirche doch dafür.
Die Nationalsozialisten versuchten, immer mehr Einfluss auf die evangelische Kirche zu nehmen. Daher wurde 1933 der Pfarrernotbund gegründet, der 1934 zur „Bekennenden Kirche“ wurde. Ziel war es, den Einfluss der Nationalsozialisten in der Kirche zurückzudrängen. Paul Schneider gehörte zur Bekennenden Kirche, aber sein Handeln in Bezug auf die Politik war immer vom Evangelium her bestimmt. Die von den Nationalsozialisten dominierte evangelische Organisation, zu der sich viele Pfarrer und Kirchenfunktionäre zählten, hieß „Deutsche Christen“.

In Paul Schneiders Gemeinde kam es dann zum Konflikt wegen der Teilnahme am „Jahresabendmahl“. Er konnte es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dass Menschen, die ein weltliches Leben führten, daran teilnahmen. Dieser Konflikt mit dem Kirchenvorstand konnte nicht beigelegt werden. Eine zweite Sache kam hinzu: Ernst Röhm (Stabschef der SA) hatte sich in einem Aufruf gegen die frommen Leute gewandt und sie verächtlich gemacht. Paul Schneider hatte dagegen auf der Kanzel und im kirchlichen Bekanntmachungskasten protestiert. Es kam zu einer Anzeige gegen ihn und er war von nun an besonders dem Druck staatlicher Stellen ausgesetzt. Reichspropagandaminister Goebbels hatte dann noch einen Aufsatz veröffentlicht, der in vielen Zeitungen erschienen war, in dem er Röhms Position unterstützte. Nun nahm Schneider auch gegen Goebbels Stellung, und zwar öffentlich in einer Predigt. Einer von den Nationalsozialisten verfügten Beurlaubung wollte er zunächst nicht nachkommen und eher eine Verhaftung in Kauf nehmen. Schließlich bewarb er sich dann doch auf die freie Pfarrerstelle in Dickenschied und Womrath im Hunsrück. Hier war er offiziell bis zu seinem Tod 1939 Pfarrer.
Kurz nach Antritt der neuen Pfarrstelle ergab sich der nächste Konflikt zwischen ihm und der NSDAP: Bei der Beerdigung eines Hitlerjungen der Nachbarkirchengemeinde sagte der NS-Kreisleiter, der Verstorbene sei in den „himmlischen Sturm Horst Wessel“ eingegangen. Paul Schneider äußerte Zweifel, dass es diesen gebe. Daraufhin wiederholte der Kreisleiter nochmals seine Aussage. Empört machte Paul Schneider nun öffentlich deutlich, dass er dafür verantwortlich sei, dass das Wort Gottes unverfälscht verkündet werde. Die Folge war, dass er am Tag danach, dem 13. Juni 1934, verhaftet wurde. Diese „Schutzhaft“ dauerte eine Woche.

Mit seiner neuen Gemeinde hatte er sich der Bekennenden Kirche angeschlossen. Am 17. März 1935 sollte von dieser ein Wort an die Gemeinden gegen das „Neuheidentum“ der „rassisch-völkischen Weltanschauung“, das die Nationalsozialisten propagierten, im Gottesdienst verlesen werden. In dem Text stand u.a. Folgendes: „Die Wahrheit des Evangeliums wird in aller Öffentlichkeit angegriffen, auch von führenden Männern des Staates … Wer sich gegen diese Bekämpfung des christlichen Glaubens auflehnt, muss gewärtigen, dass er als Staatsfeind gebrandmarkt wird … Der Herr unser Gott ist ein heiliger Gott und lässt sich nicht spotten. Er hat sich geoffenbart in seinem Sohn Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Es ist kein Gott außer diesem, der der Vater Jesu Christi ist … Was an der Seele eines Volkes versäumt wird, macht kein äußerer Aufstieg, kein politischer, wirtschaftlicher, kein sozialen Aufstieg wieder gut. ‚Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber Sünde ist der Völker Schande‘.“ Das Reichsministerium des Innern verbot das Verlesen vorab und die Geheime Staatspolizei verlangte von allen Pfarrern entsprechend Folgsamkeit. Schneider verweigerte diese und wurde darum vom 16. bis 19. März in Kirchberg inhaftiert.
Vom Sommer 1935 berichtet ein Bekannter: „Auf dem Rückweg [von einem Ausflug] benutzte ich einen Augenblick, als wir allein waren, ihn inständig zu bitten, doch jedes Ärgernis zu meiden. Auf meine Bitten meinte er, er könne allerdings nur versprechen, sich nicht zu einem Martyrium zu drängen; wo immer aber er zu einem Zeugnis aufgerufen würde, könne er nicht anders als bezeugen, dass es auf Erden kein anderes Heil gebe als allein in Jesus Christ.“
Am 29. März 1936 gingen Paul und Margarete Schneider nicht zur Reichstagswahl, da auf dem Wahlzettel nur ein „Ja“ angekreuzt werden konnte. In der Nacht zum nächsten Sonntag wurde das Pfarrhaus beschmiert.

Das nächste Problem zeigte sich im Zusammenhang mit zwei Lehrern der evangelischen Schulen aus den beiden Orten, die dem nationalsozialistischen Zeitgeist anheimgefallen waren und die Kinder negativ beeinflussten. Paul Schneider versuchte vieles, damit diese beiden ihre Position änderten. Da dies nicht gelang, wurden Kirchenzuchtmaßnahmen gegen sie in die Wege geleitet. Bevor diese aber beendet waren, wurde Paul Schneider verhaftet. Vom 31. Mai bis zum 24. Juli 1937 war er im Koblenzer Gestapo-Gefängnis in „Schutzhaft“. Dann wurde er freigelassen. Er bekam aber ein Aufenthaltsverbot für die Rheinprovinz, also auch für seine Gemeinden im Hunsrück. Kurze Zeit hielt er sich daran. Als er aber von den Kirchenvorständen gebeten wurde, in seine Gemeinden zurückzukehren, willigte er ein und begründete dies dem Regierungspräsidenten, dem Reichsinnenminister und der Reichskanzlei gegenüber. Er bestritt dem Staat das Recht, in die Kirche hineinzuregieren. So hielt er trotz des Verbots am 3. Oktober 1937 den Gottesdienst zum Erntedankfest in Dickenschied. Auf dem Weg zum Gottesdienst in Womrath, der am Nachmittag stattfinden sollte, wurde er verhaftet, weil Dickenschieder zwischenzeitlich die Polizei in Kirchberg benachrichtigt hatten. So wurde er wieder ins Gefängnis der Geheimen Staatspolizei Koblenz gebracht.

Am 27. November 1937 wurde Paul Schneider nach Weimar in das neu errichtete KZ Buchenwald verlegt, wo er Zwangsarbeit verrichten musste, z.B. im Steinbruch. Als er bei einem Fahnenappell anlässlich des „Führergeburtstags“ am 20. April 1938 den Hitlergruß verweigerte, seine Mütze nicht abnahm und als Begründung angab: „Dieses Verbrechersymbol grüße ich nicht!“, wurde er öffentlich mit Stockschlägen bestraft und in eine Einzelzelle des Arrestgebäudes („Bunker“) verlegt. Hier war er besonders dem sadistischen „Bunkerchef“, SS-Aufseher Martin Sommer, ausgeliefert.
Seit dieser Zeit predigte er aus dem Zellenfenster zu den auf dem Appellplatz stehenden Häftlingen das Evangelium. Er rief auch Bibelsprüche, Trostworte, Ermutigungen an die Mitgefangenen sowie Anklagen gegen die SS-Männer — trotz ständiger grausamer Misshandlungen durch Martin Sommer und andere, bis er körperlich nur noch ein Wrack und dem Tode nahe war. „Ich weiß, warum ich hier bin“, sagte er zu einem Kameraden. Er wurde mit Einzelarrest, Postsperre, Essensentzug und Folter bestraft. Mehrmals wurde er rund 14 Tage lang ununterbrochen an die Dampfheizung gefesselt und in eine Zelle ohne Licht und ohne Schlafmöglichkeit gesperrt, wo auch noch die Angst- und Leidensschreie aus den nebenliegenden Zellen auf ihn eindrangen. Ihn vom Vertrauen auf seinen Gott abzubringen — das gelang trotzdem nicht! Am 18. Oktober 1938 notierte er:
„Es darf ja nicht schwerer kommen, als wir tragen können, diese Zusage haben wir. Für alles, auch für unser eigenes Reifen und Wachsen, weiß Gott allein die rechte Zeit.“
Am Ostersonntag 1939 zog er sich trotz größter Schmerzen an den Gitterstäben seiner Zelle hoch und rief den Tausenden vom Tode gezeichneten Häftlingen draußen auf dem Appellplatz zu:
„Kameraden, hört mich. Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘“
Weiter kam er nicht. Massive Stockschläge ließen ihn wieder verstummen.
Alle bei einem Sondergericht in Köln gegen ihn anhängigen Verfahren waren am 10. Juni 1938 eingestellt worden, da nur eine geringe Strafe zu erwarten war. Er hätte das KZ auf der Stelle verlassen können, wenn er sich dem Ausweisungsbefehl aus der Rheinprovinz gebeugt hätte, was er aber nicht tat, da er sich unter Berufung auf Apostelgeschichte 5,29 — „Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen“ — seinen Gemeinden in Dickenschied und Womrath verpflichtet fühlte. „Der Mietling aber und der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert“ (Joh 10,12.13), so seine Begründung.

Nicht zuletzt durch die Folter verschlechterte sich sein körperlicher Zustand immer mehr. „Im Sommer 1939 bekam ich Paul Schneider zum ersten Mal aus nächster Nähe zu Gesicht … Welch ein Anblick! … Der Körper abgemagert zum Skelett, die Arme unförmig geschwollen, an den Handgelenken blaurote, grüne und blutige Einschnürungen … Wie war es möglich, dass dieser Mensch noch lebte?“, so Walter Poller, der Schreiber des Lagerarztes. „Möchten wir nur auch lernen und reifen an dem, was uns aufgegeben wird, und überwinden“, schreibt Paul Schneider am 3. Juli 1939 in einem Brief an seine Frau. Es ist sein letzter. Da er nicht zu beugen ist, wird er am 18. Juli 1939 ermordet — durch Einspritzen einer Überdosis des Herzmedikaments Strophanthin. Am 27. November 1937 war er eingeliefert worden. 14 Monate hatte er in Einzelhaft verbracht.
„Auf Pauls Gesicht lag der Friede und die Hoheit der Erlösten. Ich durfte Paul in diesem Augenblick mit den Augen des Glaubens sehen“, sagte seine Witwe (Mutter von sechs Kindern), die den Toten im Konzentrationslager sehen durfte, bevor der Sarg versiegelt wurde. 1997 sagte sie, 93-jährig: „Er war dazu ausersehen, das Evangelium zu verkündigen zu Zeit und Unzeit. Und das ist seit damals mein Trost.“
„Für uns aber ist dies Zeugnis Paul Schneiders ein einziger Ruf in die Nachfolge des Gekreuzigten.“ — „Wir alle, alle machen Kompromisse über Kompromisse, und es hat zwischen uns jemand gegeben, der nur treu sein wollte, treu seinem Herrn, treu seinem Glauben!“ So zwei Stimmen zur Erinnerung an Paul Schneider, den „Prediger von Buchenwald“, der in seiner Zelle stand und so lange durch das vergitterte Fenster Worte des Lebens rief, bis seine Stimme erstarb.

 Quelle: http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=70

http://www.thinkincode.co.za/sites/www.messianicgoodnews.org/wp-content/uploads/2012/10/Paul_and_Gretel_Schneider.jpg

Freitag, 21. November 2014

Gespräche über Angst

Hoffnung wider die Angst
In mir ist es finster,aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam,aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig,aber bei dir ist die Hilfe.
Ich bin unruhig,aber bei dir ist der Friede.
In mir ist Bitterkeit,aber bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht,aber du weisst den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)


Durch Gebete weicht der Staub von der Seele und die Last vom Gewissen und die Angst aus dem Herzen.

Hermann von Bezzel


Herr, lass uns immer mit der Möglichkeit rechnen, dass wir leiden müssen, ehe du wiederkommst. Nimm uns die Angst davor und mache uns willig.

Corrie ten Boom
Psalm 61,2-4: «Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! Mein Herz ist in Angst; du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.»
Psalm 69,2-3: «Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.»
Psalm 71,20-21: «Du lässt mich erfahren viele und grosses Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. Du baust mich auf und tröstest mich wieder.»

Samstag, 15. November 2014

Ratschläge bezüglich Ehe und Erziehung- Bob Jennings


Nabeel Qureshi - ein Moslem aus Mohammed’s Stamm - suchte Allah – und fand Jesus.

„Allahu Akbar. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt – außer Allah. Ich bezeuge, dass Muhammed der Gesandte Allahs ist.“ Dies sind die ersten Worte des muslimischen Aufrufs zum Gebet. Sie waren auch die ersten Worte überhapt, die zu mir gesprochen wurden. Wenige Augenblicke, nachdem ich geboren wurde, hat mein Vater sie mir leise sie ins Ohr geflüstert. Genauso wie alle meine Vorväter es ihren Söhnen seit der Zeit von Muhammed zugeflüstert hatten.
Wir sind Qureshis, Nachkommen des Stammes der Quresh – Mohammed’s Stamm. Unsere Familie wacht über die islamische Tradition. Die Worte, die meine Vorfahren mir überliefert hatten, waren mehr als nur ein Ritual: sie definierten mein Leben als Moslem in einem westlichen Land.
Jeden Tag saß ich [als Kind] neben meiner Mutter, die mir dabei half, den Koran auf Arabisch vorzutragen. Fünf Mal am Tag stand ich hinter meinem Vater, der unsere Familie in Gemeinschaftsgebet anleitete. Im Alter von 5 Jahren, konnte ich den gesamten Koran auf Arabisch vortragen und die letzten sieben Kapitel auswendig aufsagen. Mit 15 Jahren hatte ich die letzten 15 Kapitel des Koran auf Englisch und Arabisch auswendig gelernt. Täglich habe ich unzählige Gebete auf Arabisch gesprochen und Allah für einen weiteren Tag gedankt. Auch abends vor dem Schlafen gehen rief ich seinen Namen an.

Es gibt aber etwas, was an dieser Stelle erwähnt werden sollte. Mein Großvater und mein Urgroßvater waren muslimische Missionare, die ihr Leben damit zubrachten „Ungläubigen“ in Indonesien und Uganda den Islam nahezubringen. In meinen Genen habe ich denselben Eifer. Mit ca. 14 Jahren konnte ich bereits Christen [verbal] herausfordern und ihre eigene Theologie durch Fragen zum Einsturz bringen.
Ich konzentrierte mich auf die Identität von Jesus und fragte z.B. „Jesus betete Gott an, weshalb betest du dann Jesus an?“ oder „Jesus sagte: ‘der Vater ist größer als ich‘“ – wie konnte er dann Gott sein?“

Wenn ich Christen aus dem Konzept bringen wollte, bat ich sie die Dreieinigkeit zu erklären. Meistens antworteten sie daraufhin: „Das ist ein Geheimnis.“ In meinem Herzen verspottete ich ihre Unwissenheit und dachte mir: „Das einzige offensichtliche Geheimnis ist, dass es geradezu lächerlich erscheint dem Christentum Glauben zu schenken.“
Jedes Gespräch mit Christen untermauerten meine Ansichten, und ich wurde von der Zuverlässigkeit des Islam immer überzeugter. Der Islam brachte mir Disziplin, den Lebenssinn, Moralvorstellungen, Familienwerte sowie klare Richtlinien für die Anbetung [Allahs] bei. Der Islam war der Lebenssaft, der durch meine Adern floss. Der Islam war meine Identität, die ich so sehr liebte. Ich rief Alle, die bereit waren zuzuhören, auf, den Islam anzunehmen und verkündigte ihnen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Mohammed Sein Gesandter ist. Doch genau dort „oben“, auf dem Minarett meines islamischen Lebens, rief Jesus mich zu Sich.

Er war nicht Derjenige, den ich erwartet hätte
Als Erstsemestler an der Old Dominion University in Virginia freundete ich mich mit einem Studenten namens David Wood an. Kurze Zeit nachdem er mir seine Hilfe angeboten hatte, sah ich, dass er die Bibel las. Es fiel mir schwer zu glauben, dass solch eine intelligente Person wie er tatsächlich den für Christen heiligen Text lesen würde. Deshalb startete ich eine Flut von apologetischen [Anm. d.h. „vernunftgemäße Verteidigung des eigenen Glaubens“] Angriffen, angefangen mit dem Bestreiten der Zuverlässigkeit der Bibel über die Verleugnung der Kreuzigung Jesu – selbstverständlich bis hin zur Infragestellung der Dreieinigkeit und der Gottheit Christi.
David reagierte nicht wie andere Christen, mit denen ich argumentiert hatte. Sein Glaube kam nicht ins Schleudern und unsere Freundschaft litt auch nicht darunter. Im Gegenteil, er wurde sogar noch eifriger, beantwortete je nach seinem Kenntnisstand manche Fragen und ging anderen nach, die er nicht beantworten konnte. Dadurch verbrachten wir viel Zeit gemeinsam.
Auch wenn er ein Christ war, konnte ich seinen Eifer für Gott nachvollziehen und respektieren. Innerhalb kurzer Zeit wurden wir gute Freunde. Wir meldeten uns beide für Veranstaltungen an, besuchten Kurse gemeinsam und lernten zusammen für Prüfungen. Die ganze Zeit über debattierten wir über die historischen Fundamente des Christentums. Wir belegten gemeinsam einige Kurse, nur um noch mehr debattieren zu können.
Nachdem ich drei Jahre lang die Ursprünge des Christentums erforscht hatte, zog ich die Schlussfolgerung, dass die Argumente des Christentums überzeugend waren, dass man der Bibel vertrauen kann und dass Jesus am Kreuz starb, von den Toten auferstanden ist, und für sich beanspruchte, Gott zu sein.

David forderte mich heraus, den Islam genauso kritisch unter die Lupe zu nehmen, wie ich das Christentum untersucht hatte. Alles, was ich über Mohammed wusste, hatten mir Imame und meine Eltern beigebracht. Als ich mich letztendlich mit den historischen Quellen befasste, fand ich heraus, dass Mohammed nicht die Person gewesen war, die ich mir vorgestellt hatte. Seine frühesten Biographien erwähnen Gewalt und Wollüstigkeit im Leben des Mannes, den ich als den heiligsten in der Menschheitsgeschichte verehrt hatte.
Schockiert von dieser Evidenz suchte ich „Schützenhilfe“ beim Koran. Aber als ich mich dahin wendete, zerbröckelte mein Fundament genauso schnell. Ich hatte mich auf seinem wunderbaren Wissen und die perfekte Erhaltung als Indizien der Göttlichen Inspiration gestützt; doch beide Überzeugungen gerieten nun ins Wanken.
Die Glaubwürdigkeit des Christentums überwältigte und verwirrte mich zugleich. Andererseits erkannte ich die Schwächen der islamischen Argumentation. Ich ersuchte Allah um Hilfe. War Er womöglich Jesus? Ich wusste weder ein noch aus. Ich mußte von Gott selbst erfahren, wer Er wirklich ist. Als Heranwachsender hatte ich glücklicherweise in meinem muslimischen Umfeld beobachtet, wie Andere Allah um Führung angeflehten. Muslime erwarten, dass Gott insbesondere durch Träume und Visionen zu ihnen redet.

Eine Vision und drei Träume
Im Sommer nach dem Studienabschluss an der Old Dominion University [in Virginia, USA] begann ich Gott tagtäglich anzuflehen. „Sag mir, wer Du bist! Wenn Du Allah bist, zeige mir, wie ich an dich glauben soll. Wenn Du Jesus bist, sage es mir! Ganz gleich wer Du bist und wie hoch der Preis auch sein mag, werde ich Dir nachfolgen.“
Zum Ende meines ersten Jahres an der medizinischen Hochschule, hatte Gott mir eine Vision sowie drei Träume gewährt. Insbesondere der zweite Traum beeindruckte mich zutiefst. Ich träumte, dass ich an der Schwelle einer auffallend schmalen Tür stand und Menschen beobachtete, die ihre Plätze auf einem Hochzeitsfest einnahmen. Ich wollte unbedingt hinein gelangen, aber dies was nicht möglich, weil ich die Einladung meines Freunds David zu der Hochzeit noch nicht angenommen hate. Als ich aufwachte, wusste ich, was Gott mir dadurch mitteilen wollte, aber ich suchte weitere Nachweise. Ich fand dann das Gleichnis von der schmalen Tür im Evangelium nach Lukas 13:22-30. Gott war dabei mir zu zeigen, wie Er mich sah.
Aber ich konnte immer noch nicht durch diese Tür gehen. Wie knnnte ich meine Familie verraten, nach all dem, was sie für mich geleistet hat? Sollte ich Christ werden, würde ich nicht nur alle Verbindungen in meinem muslimischen Umfeld kappen müssen, aber auch meine Familie würde ihre Ehre verlieren. Meine Entscheidung würde nicht nur meinen Ruf, sondern auch meine Familie ruinieren, die mich am meisten geliebt und so viel für mich geopfert hatte.
Ich dachte an die traurigen Auswirkungen der Entscheidung, die ich aber unbedingt treffen musste. Am ersten Tag meines Studienjahres an der medizinischen Hochschule wurde diese Last mir zu schwer.

Auf meiner Suche nach Trost, beschloss ich die Vorlesungen zu schwänzen. Zurück in meiner Wohnung, legte ich den Koran und die Bibel vor mich. Ich wendete mich dem Koran zu, aber darin fand ich keinen Trost. Zum ersten Mal schien dieses Buch völlig unbedeutend für mein Leiden zu sein. Unbedeutend für mein Leben. Es fühlte sich an wie ein totes Buch.
Da ich keine Alternative hatte, öffnete ich das Neue Testament und begann zu lesen. Sehr schnell kam ich zu dem Abschnitt, in dem es heisst: „Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden!“ [Matthäus 5:4]. Es war so, wie wenn die Worte von der Bibelseite meinem Herzen eine „elektrische Starthilfe“ gaben. Ich konnte nicht aufhören darin zu lesen. Ich las fleißig weiter und kam an die Stelle aus Matthäus 10:37, worin es hieß, dass ich Gott mehr als meine Mutter und meinen Vater lieben sollte. „Aber Jesus,“ sagte ich, „Dich anzunehmen würde für mich bedeuten zu sterben. Ich müsste alles aufgeben.“
Die nächsten Verse sprachen mich an: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und Mir nachfolgt, der ist Meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird es finden!“ [Matthäus 10:38-39]. Jesus redete schonungslos und unverblümt: dem Evangelium Gehorsam zu leisten bedeutet für Muslime weit mehr als nur ein Aufruf zum Gebet: es ist ein Aufruf zum Sterben.

Der Verrat
Ich kniete mich am Rand meines Bettes nieder und gab mein Leben auf. Ein paar Tage später waren die beiden Menschen, die ich auf dieser Welt am meisten geliebt hatte, aufgrund meines Verrats am Boden zerstört. Bis auf den heutigen Tag leidet meine Familie immer noch an den Folgen meiner Entscheidung. Jedes Mal erleide auch ich Qualen, wenn ich an den hohen Preis denke, den ich bezahlen musste.
Aber Jesus ist der Gott, der auf unsere Umkehr wartet und Der uns erlöst. Er erlöst Sünder, die aufgrund Seines Todes das Leben haben. Er funktionierte ein „Symbol der Exekution“ in ein „Symbol der Erlösung“ um [Anm. damit ist „das Kreuz“ gemeint].
Er befreite mich von meinen Leiden und half mir Ihm jeden Augenblick vom Herzen zu vertrauen. In meinem Schmerz lernte ich Ihn innigst kennen. Er reichte mir Seine Hand durch meine Recherchen, durch Träume und Visionen. In meinem Leiden rief Er mich zum Gebet. So habe ich zu Jesus gefunden. Um Ihm nachzufolgen lohnt es sich, alles aufzugeben.

Dr. Nabeel Qureshi ist Author des Buchs “Seeking Allah, Finding Jesus: A Devout Muslim’s Journey to Christ” (Zondervan Verlag).






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