Diesen Blog durchsuchen

Montag, 27. Oktober 2014

Bericht aus dem 2.Weltkrieg

Joel König – ein junger, untergetauchter Jude – versteckte sich bis 1944 mitten in Berlin. Immer lebte er in Furcht vor Entdeckung und vor dem Abtransport ins KZ. 
In seinem Großstadt-Versteck, einer abgetrennten Schlafkammer, stand ein riesiges Bücherregal. Nacheinander holte sich Joel in seiner endlosen Langeweile alle Klassiker hervor. Er las und las um sich abzulenken und Trost zu finden. In seiner Biographie schreibt er: „Ich kostete hier, nippte dort, klappte zu und suchte weiter. Schiller, Heine, Nietzsche, Goethe … Waren diese Bücher stumm, oder war ich taub? Oder hatten mir alle Not und Sorgen den Blick verstellt? Die deutschen Klassiker halfen mir nicht aus meiner stummen Wehrlosigkeit. Die Suche nach Lesestoff führte mich zur Beschäftigung mit der Heiligen Schrift.“
Joel König verschlang das Wort Gottes voller Heißhunger: „Die Reden der Propheten vernahm ich dabei mit so einer Unmittelbarkeit, als hätte ich vor zweieinhalb Jahrtausenden in Jerusalem gestanden. Einmal klingelte ein Unbekannter an der Tür. Ich zuckte zusammen und schlug sofort die Bibel zu. Ich dachte, die stimmgewaltige Rede von Amos könnte mich verraten. Dabei hatte ich nur mit den Augen gelesen.“ (Den Netzen entronnen; Die Aufzeichnungen des Joel König. S 259.)

Wann wird die Botschaft dieser trostgewaltigen Stimmen der Propheten endlich zur Wirklichkeit? Wann wird ER richten zwischen den Nationen und Recht sprechen vielen Völkern?

„Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ (Jes 2,4)

„ER wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ (Micha 4,3)

Autor: Andreas Fett
Quelle: fest und treu, 03/2014

 http://www.ds-wa.org/images/stories/bible-by-candlelight.jpg

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Zitat von Sergej Pauli- Weisheit erfordert Arbeit



Wahre Erkenntnis zu erlangen ist eine Arbeit im Schweiße des Angesichts

 

„Was ist der Sinn des Lebens?“, „Wenn Gott gut ist, warum gibt es so viel Böses“, wer hat diese Fra­gen noch nicht aus dem Munde von Men­schen die­ser Welt gehört? Wahr­lich ein Totschlag-Argument, geschickt ein­ge­setzt pariert man alle wei­tere Fra­gen, und das Gewis­sen bleibt unge­rührt. Dabei haben beide Fra­gen tat­säch­lich eine berech­tigte Wich­tig­keit. Den­noch ist das eigent­lich schäd­li­che, die Art und Weise wie diese Fra­gen gestellt werden.
Ich habe sel­ten erlebt, dass die Fra­gen wirk­lich von suchen­den Men­schen gestellt wur­den, son­dern viel­mehr von sol­chen, die die Ant­wort gar nicht inter­es­siert, nach dem Motto: „Sag mir erst, wozu mein Leben da ist, aber du darfst nicht mehr als zwei Minu­ten dafür brau­chen“. Ein wah­rer Sucher würde auch Jahre in Kauf neh­men und die Wahr­heit zu ergründen.
Tat­säch­lich gibt es auf schwere Fra­gen auch nur schwer­wie­gende Ant­wor­ten. Ein­fach ist sie ja, die Ant­wort die den Sinn des Men­schen erklärt. Jeder Kate­chis­mus pro­kla­miert: „Der Sinn und Zweck des Men­schen ist es, zur Ehre Got­tes zu leben“. Aber tat­säch­lich ist jedem ernst­haf­ten Chris­ten klar, dass die­ser Satz zwar schnell aus­ge­spro­chen ist, aber ein gan­zes Leben benö­tigt wird, den Inhalt die­ser Lehre zu Ergründen.
Ich denke darin liegt ein Pro­blem unse­rer Zeit. Man möchte ein Instant-Evangelium: Ja, mit einem Rutsch möchte man auf die Höhen der Apos­tel stei­gen und mit Ihnen Wun­der ver­brin­gen, aber das doch bitte ohne Kampf, ohne harte, jah­re­lange, anstren­gende Nach­folge und mühe­volle Aus­bil­dung bei den Füßen Christi. Voll mäch­ti­gen Geis­tes sein, das möch­ten wir, aber es darf nur keine Mühe kos­ten. Wären alle Weis­heit so leicht zu ergrün­den, müsste die Bibel kaum län­ger sein als das apos­to­li­sche Glaubensbekenntnis.

Und wir wun­dern uns immer noch über unser unfrucht­ba­res, irdi­sches Leben? Wir als Chris­ten müs­sen ler­nen, dass jeder Fort­schritt im Leben tat­säch­lich nur aus Got­tes Gna­den mög­lich ist, aber diese Gnade unse­ren gan­zen Men­schen dabei haben will und dies 24 h am Tag, sie­ben Tage die Woche.
Ja, im Schweiße unse­res Ange­sich­tes wer­den wir irgend­wann wahre Erkennt­nis anrei­chern kön­nen, die uns die Per­son Jesu Christi viel näher brin­gen wird, als wir es für mög­lich hiel­ten. Unter Trä­nen wer­den wir erken­nen, wie groß Gott ist, und wie groß unsere Schuld ist, aber wie viel grö­ßer Jesus Chris­tus ist, der Mitt­ler wurde zwi­schen Mensch und Gott.


Quelle: http://www.nimm-lies.de/weisheit-erfordert-arbeit/8982

Samstag, 11. Oktober 2014

Erfolg und Misserfolg von A.W. Tozer

„Demütigt euch nun unter die allmächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit.“
(1Petr 5,6)

Wie kommt es, dass die bekennende Christenheit so wenig gelernt hat von dem, was unser Herr klar und deutlich über menschliche Erfolge, über Misserfolge und Versagen gelehrt hat, sowohl in einfacher Predigt als auch in Gleichnissen?
Wir sehen immer noch, wie die Menschen sehen – und urteilen nach menschlichen Gesichtspunkten. Welch angestrengter „Biberfleiß“ wird doch auf religiösem Gebiet aus dem fleischlichen Wunsch heraus geleistet, es gut zu machen?

Wie viele Gebetsstunden werden vergeudet, wenn wir Gott anflehen, Projekte zu segnen, die so gestaltet sind, dass sie kleine Menschen verherrlichen?
Wie viel heiliges Geld wird über Menschen ausgeschüttet, die mitsamt ihren tränenreichen Appellen nur eine fleischliche Show aufführen?
Der wahre Christ sollte sich von alldem abwenden. Niemand ist es wert, Erfolg zu haben, bevor er nicht seine Schwachheit einzugestehen bereit ist.
Niemand ist moralisch würdig, Erfolg in religiösen Tätigkeiten zu haben, bevor er nicht bereit ist, die Ehre für den Erfolg anderen zu gönnen, wenn Gott es zulässt.
Gott mag seinem Diener Erfolg erlauben, wenn Er ihn so weit erzogen hat, dass er den Erfolg nicht mehr braucht, um glücklich zu sein. Wer durch den Erfolg erhoben und durch das Versagen zu Boden gedrückt wird, ist noch ein fleischlicher Mensch.

Gott mag seinem Diener den Erfolg erlauben, wenn dieser gelernt hat, dass der Erfolg ihn bei Gott nicht insgesamt angenehmer oder wertvoller macht.
Unsere größte Ehre liegt darin, dem Herrn möglichst in allem nachzufolgen, angenommen zu werden bei denen, die Ihn annehmen, und verworfen zu werden von denen, die Ihn verwerfen, und geliebt zu werden von denen, die Ihn lieben. Welche größere Ehre könnte einem Menschen je gewährt werden?

Montag, 6. Oktober 2014

Kritik an Arbeitern Gottes- Zitat von C.H.Mackintosch

„Noch nie gab es einen Arbeiter Gottes in dieser Welt, der nicht wenigstens einmal in irgendeiner Art und Weise Zurückweisung erlebt hat. Auch der einzig wahre Arbeiter ist bei dieser Regel nicht außen vor. Jesus erlebte ebenso Zurückweisung und Enttäuschung; wäre es anders gewesen, hätte er nicht mit den Menschen in jeder ihrer Lebenssituationen mitfühlen können. Er hat als Mensch all das erlebt, was ein Mensch je erleben und fühlen kann – ausgenommen die Sünde. ,Er ist in allem versucht worden in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde.‘ – ,Er vermag Mitleid zu haben mit unseren Schwachheiten.‘ Er versteht uns vollkommen und geht in alle Umstände mit hinein, die seine Diener während ihrer Arbeit durchmachen müssen.“

http://wabasha-server.net/MACKI_CH.png

Was sind eigentlich Freikirchen?


Folgender Link führt zu einem aufschlussreichen Video, welches die Freikirchen den Landeskirchen gegenüberstellt:

https://www.youtube.com/watch?v=TIhCfmnq34A

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Amy Carmichaels Traum

Amy Carmichael wurde 1867 geboren. Bereits als Jugendliche war sie missionarisch aktiv und gründete eine Gemeinde mit 500 Mitgliedern aus der Unterschicht in Belfast. Später wirkte sie in Indien unter Waisenkindern, die in den Hindutempeln als Sexsklaven dienten. 55 Jahre Missionsarbeit – ohne Rückkehr in die Heimat – im Dienst an denen die als 'nicht liebenswert' angesehen wurden. Amy hatte einen Traum, den sie aufschrieb. Dies ist ihr Traum:

Die Tom-Toms (Trommeln) schlugen die ganze Nacht und die Finsternis umschlang mich, als wäre sie greifbar und lebendig. Schlafen konnte ich nicht und lag wach und sah:


Ich stand auf einem grasigen Flecken und zu meinen Füßen brach ein Abgrund ab in schier unendliche Tiefen. Ich schaute, konnte aber keinen Grund sehen, nur Formen, wie Wolken, schwarz und wütend verschlungen, große mit Schatten verhüllte Höhlen und unermessliche Tiefen. Ich wich zurück, schwindelig durch die Tiefe.
Dann sah ich Formen von Menschen, die einzeln auf dem Gras liefen. Sie bewegten sich auf den Abgrund zu. Da war eine Frau mit einem Baby auf dem Arm und einem anderen Kind, das sich an ihrem Kleid festhielt. Sie war unmittelbar vor dem Abgrund. Dann sah ich, dass sie blind war. Sie hob ihren Fuß zum nächsten Schritt … er trat ins Leere. Sie war fort und die Kinder mit ihr. Oh, der Schrei, als sie fielen!

Ich sah weitere Menschenströme aus allen Richtungen. Alle waren blind, stockblind! Alle steuerten direkt auf den Rand des Abgrundes zu. Schrilles Aufschreien, als sie merkten, wie sie plötzlich fielen. Arme, hilflos in die Luft geworfen, um sich im leeren Raum an irgendetwas festzuklammern. Aber einige gingen leise, und fielen ohne einen Laut.

Ich fragte mich, mit einer Verwunderung, die einfach nur Qual war, warum sie niemand am Rand des Abgrundes aufhielt. Ich selbst konnte es nicht. Ich war auf den Boden festgeklebt, und konnte nur rufen. Aber obwohl ich mit aller Anstrengung versuchte, kam nicht mehr als ein Flüstern.

Dann sah ich, dass entlang der Abgrundkante in Abständen Wachen aufgestellt waren. Aber die Abstände waren zu groß! Es gab große, unbewachte Lücken. Durch diese Spalten fielen die Menschen in ihrer Blindheit; völlig ungewarnt. Und das grüne Gras schien mir blut-rot zu sein, und die Kluft gähnte wie der Mund der Hölle.
Dann sah ich etwas, wie ein kleines Bild des Friedens: eine Gruppe von Menschen saßen unter Bäumen mit dem Rücken zum Abgrund. Sie stellten Gänseblümchenketten her. Manchmal, wenn ein herzzerreißender Schrei die Stille durchbrach, fühlten sie sich gestört, und sie empfanden das als einen ziemlich vulgären Lärm. Wenn dann einer von ihnen aufsprang und gehen wollte, um etwas zu unternehmen – um zu helfen – dann zogen all die anderen den einen wieder runter.  "Was regst  du dich so auf? Warte, bis du einen klaren Ruf erhältst. Du bist mit deiner Gänseblümchenkette noch gar nicht fertig. Es wäre sehr selbstsüchtig von dir, jetzt loszugehen und uns hier deine Arbeit machen zu lassen.“

Da war noch eine andere Gruppe. Es waren Menschen, deren großer Wunsch es war, mehr Wächter auszusenden. Aber sie stellten fest, dass nur sehr wenige bereit waren, zu gehen, und manchmal gab es kilometerweit keine Wachen vor dem Abgrund.

An einer Stelle stand ein Mädchen allein auf ihrem Platz und winkte die Leute zurück, aber ihre Mutter und andere Freunde riefen und erinnerten sie, dass es Zeit war, den Dienst in der Heimat zu beginnen und dass sie die Regeln nicht brechen dürfe. Und weil sie müde war und eine Veränderung brauchte, ging sie und ruhte sich für eine Weile aus, aber niemand wurde geschickt, um ihre Lücke zu schließen und unaufhörlich fielen die Menschen – wie ein Wasserfall aus lauter Seelen.

Ein Kind klammerte sich an einen Grasbüschel, der am Rand des Abgrundes wuchs. Krampfhaft hielt es sich fest und rief – aber niemand schien zu hören. Dann gaben die Wurzeln des Grases nach. Mit einem Schrei  stürzte das Kind hinab, während seine kleinen Hände den Grasbüschel fest umklammert hielten.
Und das Mädchen, das sich danach sehnte, wieder ihren Platz in der Lücke einzunehmen, meinte den Kleinen weinen zu hören. Sie sprang auf und wollte gehen, aber die anderen kritisierten sie und erinnerten, dass niemand gebraucht wird. Sie wüssten, dass sich schon jemand gut um ihre Lücke kümmern würde. Und dann sangen sie ein Lied.
Durch das Lied hindurch erklang ein anderer Ton, wie der Schmerz einer Million gebrochener Herzen, ausgewrungen in einem einzigen vollen Tropfen, ein einziges Schluchzen. Und ein Schrecken großer Finsternis war auf mir, denn ich wusste, was es war: Der Schrei des Blutes!

Dann donnerte eine Stimme, die Stimme des Herrn. "Und er sagte: ‚Was hast du getan, denn die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.’"

Die Tom-Toms schlugen noch immer schwer, die Dunkelheit bebte und erzitterte noch immer über mir. Ich hörte die Schreie der Teufel-Tänzer und seltsame, wilde Schreie der vom Teufel Besessenen, gerade vor der Türe.

Nach alledem, was soll’s? So ist es viele Jahre gewesen, so wird es noch Jahre weitergehen. Warum machen wir soviel Aufhebens davon?

„Gott, vergib uns! Gott rüttle uns wach! Beschäme uns aus unserer Gleichgültigkeit heraus! Beschäme uns aus unserer Sünde heraus!“