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Donnerstag, 13. September 2012

So ist Vergebung

Pastor Richard Wurmbrand, der selbst im kommunistischen Rumänien für Christus gefoltert wurde, erzählt:

Ich will Ihnen von einem Mann erzählen, der mit mir im Gefängnis war. Er war ein Pastor und hieß Demitri. Die Wärter schlugen mit einem Hammer auf seine Wirbelsäule ein. Als sie eine bestimmte Stelle trafen, wurde er gelähmt. Er konnte nur noch seinen Hals bewegen, sonst nichts.
Sie können sich vorstellen, was für eine große Tragödie das ist. Wenn Sie in einem Spital oder daheim sind, haben Sie wenigstens eine Frau, eine Mutter oder eine Schwester, die sich um Sie kümmert. Aber wie sollten wir ihn pflegen? Es gab kein fließendes Wasser in der Zelle, um ihn zu waschen. Es gab keine Bettwäsche, die wir wechseln konnten. Er lag da in seinem Schmutz. Er konnte noch nicht einmal seine Hand ausstrecken, um einen Becher Wasser zum Munde zu führen. Die anderen Insassen, die laufen und arbeiten konnten, mußten draußen Zwangsarbeit verrichten. Sie kamen erst am Abend zurück, und so lange mußte er auf seinen Becher Wasser warten.
So lag er einige Jahre lang im Gefängnis. Es war wie die Hölle auf Erden. Schließlich wurde Demitri entlassen. Er war wieder bei seiner Familie und seinen Freunden. Kein Arzt konnte ihm helfen, aber jetzt hatte er liebevolle Hände, die ihn pflegten. Aber immer noch konnte er weder Hand noch Fuß bewegen.
Eines Tages klopfte jemand an seine Tür. Es war der Kommunist, der ihn zum Krüppel geschlagen hatte. Er sagte: „Mein Herr. Glauben Sie nicht, daß ich gekommen bin, um Sie um Vergebung zu bitten. Es gibt keine Vergebung für das, was ich getan habe – weder auf Erden noch im Himmel. Sie sind nicht der einzige, den ich so gefoltert habe. Sie können mir nicht vergeben. Nein, niemand kann mir vergeben. Noch nicht einmal Gott. Mein Verbrechen ist zu groß. Ich bin nur gekommen, um Ihnen zu sagen, wie leid mir das tut, was ich getan habe. Von hier will ich dann fortgehen und mich erhängen. Das ist alles.“ Er wendete sich zum Gehen.
Da sagte der gelähmte Bruder, Demitri, zu ihm: „Mein Herr, in all den Jahren habe ich niemals so sehr bedauert, meine Arme nicht bewegen zu können, wie heute. Ich würde sie so gerne ausstrecken und Sie umarmen. Seit Jahren habe ich für Sie Tag um Tag gebetet. Ich liebe Sie von ganzem Herzen. Ihnen ist vergeben!“ (Quelle: Stimme der Märtyrer Nr. 4/2006)
 
Diese nächste Geschichte handelt vom Heilsarmee-Major Dapozzo, der hier seine eigene Geschichte erzählt.
Es ist eine unendlich traurige aber auch eine sehr schöne Geschichte. Traurig, weil sie von der entsetzlichen Dunkelheit menschlicher Grausamkeit und Sünde spricht; schön, weil sie uns viel von der Menschen verändernden Liebe und Treue erfahren lässt.
Er erzählt:
„Während der NS-Regierung
wurde ich 1943 von einem deutschen Militärgericht zum Tode verurteilt. Da ich verheiratet war und vier Kinder hatte, wurde das Urteil in eine „mildere Strafe“ umgewandelt. Man brachte mich in ein deutsches Konzentrationslager. 9 Monate nach meiner Einlieferung ins Lager wog in nur noch 90 Pfund. Mein Körper war mit Wunden bedeckt, dazu hatte man mir den rechten Arm gebrochen und mich ohne ärztliche Behandlung gelassen.
Am Weihnachtsabend 1943 saß ich mit anderen Männern im Lager zusammen, als mich der Kommandant rufen ließ. Ich erschien mit entblößtem Oberkörper und barfuss. Er dagegen saß vor einer reich gedeckten, festlichen Tafel. Ich musste stehend zusehen, wie er eine Stunde lang ass. Und in dieser Stunde setzte er mir schwer zu, weil ich Christ war und meinen gefangenen Kameraden von der Hoffnung auf das ewige Leben und von Jesus Christus und seiner Liebe predigte. In diesem Augenblick wurde ich vom „Bösen“ versucht und ich hörte in meinem Herzen, wie der Teufel mir zu flüsterte:“ Dapozzo, glaubst du immer noch an den Gott des 23. Psalms?“ Und ich flehte still zu meinem himmlischen Vater um Kraft und Mut, und konnte schließlich sagen: „ Ja, ich glaube an Ihn!“
Eine Ordonanz brachte Kaffee und ein Päckchen Kekse herein. Der Lagerkommandant begann, auch diese zu essen. Dann wandte er sich an mich: „Deine Frau ist eine gute Köchin, Dapozzo.“ Ich verstand nicht, was er damit meinte. Dann erklärte er mir: „Seit sieben Monaten schickt dir deine Frau Pakete mit kleinen Kuchen. Ich habe sie mit großem Vergnügen aufgegessen!“
Wieder musste ich gegen die Versuchung ankämpfen, ihn zu hassen und Gott anzuklagen. Ich wusste, dass meine Frau und meine Kinder sehr wenig zu essen hatten. Von ihren ohnehin kargen Rationen hatten sie nun Mehl, Fett und Zucker abgespart, um mir etwas schicken zu können und dieser Mann hier hatte die Nahrung meiner Kinder gegessen! Wieder flüsterte mir der Teufel zu: „Hasse ihn, Dapozzo, hasse ihn!“ Und wieder betete ich. Und Gott bewahrte mich davor, dass der Hass von mir Besitz ergriff. Dann bat ich den Kommandanten er möge mir doch einen der Kekse reichen. Ich wollte ihn nicht essen, sondern nur anschauen und an meine Kinder denken. Aber der Peiniger gewährte mir meine Bitte nicht. Stattdessen verfluchte er mich. Darauf sagte ich zu ihm: „Sie sind ein armer Mann, Kommandant, doch ich bin reich, denn ich glaube an Gott und bin durch das kostbare Blut Jesu Christi erlöst.“ Da wurde er sehr böse und schickte mich ins Lager zurück.
Als der Krieg vorüber und ich auf freiem Fuß war, hielt ich Ausschau nach diesem Lagerkommandanten. Die meisten einstmals befehlenden Offiziere waren erschossen worden; ihm jedoch war es gelungen zu entkommen und unterzutauchen. Zehn Jahre lang suchte ich ihn vergebens. Doch schließlich fand ich ihn, und eines Tages ging ich ihn besuchen. Er erkannte mich nicht mehr wieder. Daraufhin sagte ich ihm: „ Ich bin Nummer 17531. Erinnern sie sich an Weihnachten 1943?“ Nun erinnerte er sich an all das Grauen. Er und seine Frau bekamen plötzlich furchtbare Angst. Zitternd fragte er: “Sie sind gekommen, um sich zu rächen?“ „Ja“, antwortete ich und öffnete ein Paket, dass ich mitgebracht hatte. Ein großer Kuchen kam zum Vorschein. Ich bat seine Frau, Kaffee zu kochen. Dann haben wir zusammen Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Der Mann sah mich völlig verwirrt an. Er konnte nicht verstehen, warum ich so handelte. Schließlich begann er zu weinen und bat mich um Verzeihung. Daraufhin sagte ich, dass ich ihm, um der Liebe Jesu Willen vergeben hätte.
Wir lieben weil ER uns zuerst geliebt hat. 1.Joh. 4:19
Ein Jahr später bekannte der ehemalige Lagerkommandant seine entsetzliche Schuld Jesus Christus und auch seine Frau übergab ihr Leben Jesus. Beide durften befreiende Vergebung von allen ihren Sünden erfahren.
Nun gehen sie ihren Weg frohen Herzens mit Jesus Christus, ihrem Retter und Erlöser.“
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist ER treu und gerecht, dass ER uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.  Joh. 1,9 Quelle: Marburger Medien

Dienstag, 11. September 2012

Arthur Stace the "Eternity" Graffiti Man.


War er ein verrückter Exzentriker oder war er ein Mann Gottes ?
In der Nähe des Sydney Square Waterfall (Aus- tralien) befindet sich eine Gedenkplatte aus Alu- minium. Die Inschrift der Gedenktafel besteht nur aus einem Wort: „ETERNITY“ – Ewigkeit. Sie wurde zum Gedenken an einen bemerkenswer- ten Bürger Sydneys in die Straße eingelassen: Er hieß Arthur Stace.
Arthur Stace wurde 1884 in den Slums von Bai- main geboren. Als der Sohn von Trinkern wurde auch er sehr bald zum Alkoholiker. Seine Familie betrieb ein Bordell und er selbst wurde oft we- gen kleinerer Delikte inhaftiert. Arthur zog in den Krieg und verlor dabei ein Auge. Statt einer ordentlichen Schulausbildung genoss er selbst- destillierten Äthylalkohol, der ihn mehr und mehr verblöden liess.
Im Jahr 1930 schlenderte er verwahrlost und hungrig in eine Kirche Sydneys. Dort wurde ihm seine zerstörerische Alkoholsucht bewusst. Ar- thur bekannte seine Sünden und übergab sein Leben an Jesus. Durch Gottes Gnade fand er die Kraft, seine Trinksucht aufzugeben. Als er einige Zeit später Pfarrer John Ridley predigen hörte, kam ihm die Idee zu seiner ungewöhnlichen Le- bensaufgabe. Ridley sagte sinngemäß in seinem Vortrag:
„Ich wünschte, ich könnte durch alle Straßen Sydneys gehen und das Wort EWIGKEIT rufen.“
Arthur fühlte sich plötzlich von Gott dazu be- auftragt, diese Botschaft aufzugreifen und Ridley die „Last“ abzunehmen. Aber wie sollte er das machen? Er selbst war dazu viel zu schüchtern. Also wählte er einen anderen Weg. Er bückte sich mit einem Stück Kreide auf den Bürgersteig und versuchte das Wort „Eternity“ hinzukriegen. Normalerweise brachte er nur ein unleserliches Gekrakel zustande, aber diesmal gelang es ihm. Er sagte später, dass er niemals verstehen könn- te, wie er diesen Schriftzug so akkurat schreiben konnte.
Und nun das Erstaunliche: Für die nächsten 30 Jahre stand Arthur jeden Tag um vier Uhr in der Frühe auf. Er bat Gott um Weisung, von wo aus er starten solle und legte dann los. Alle 100 Meter sank er auf die Knie und schieb das Wort „Eternity“ auf den Bürgersteig. Manchmal war er drei Stunden unterwegs. Erst danach ging er zur Arbeit. Das Wort bewegte und beunruhigte die Men- schen. Einige wurden so kreidebleich wie der Schriftzug. Es war ein stiller Aufruf an die Be- wohner Sydneys, sich daran zu erinnern, dass sie mehr waren als nur ein Rädchen im Getriebe der Zeit. Sie hatten eine höhere Bestimmung: Hatte ihnen Gott nicht die Ewigkeit ins Herz gelegt? (Pred 3,11).
Mit den Jahren betrachteten die Leute den all- gegenwärtigen Kreideschriftzug auf den Bür- gersteigen Sydneys als ein Markenzeichen ihrer Stadt. Die Ortsansässigen nahmen das gewichti- ge Wort kaum noch wahr. Aber immer wieder rüttelte es Auswärtige und Touristen auf.
Über lange Jahre hinweg wusste kein Mensch, wer ihre Wege mit dem bezwingenden Wort über- sät hatte. War es die Tat eines Einzeltäters? Was wollte er damit bezwecken? Bis 1956 ein Pre- diger der Baptistengemeinde in der Burtonstra- ße, Bruder Thompson, Arthur Stace dabei er- tappte, wie er dieses Wort schrieb. Dieser Pre- diger erzählte der Welt die bemerkenswerte Geschichte.
Arthur führte auch evangelistische Treffen an der Ecke der Bathurst und George Straße durch. Ein junger Mann namens Ridley Smith (er war nach eben dem John Ridley, der Arthur inspiriert hatte benannt worden) hörte ihn dort predigen und war berührt von seiner Leidenschaft. Arthur hatte eine tiefe Liebe für die Menschen, die auf der Straße lebten und war unermüdlich im Ein- satz, um ihnen die Gute Nachricht zu bringen. Später besorgten Geschwister für Arthur ein Au- to, um seine Straßenarbeit einfacher fortsetzen zu können.
Als er im Juli 1967 starb, überließ er seinen Körper der Universität zu Forschungszwecken. In Sydney wird sein Gedächtnis in Ehren gehal- ten. Manche denken, dass er ein verrückter Ex- zentriker war. Andere glauben, dass er ein Mann Gottes war. Zumindest trägt eine Straße noch immer das Dazu noch einen Bericht von „Onkel Ernie“ Klas- sen, dem Mitbegründer der Bibelschule Brake:
„Gott schaut vom Himmel herab und sieht alle Menschen. Er sucht solche, die nach Gott fragen“ Psalm 53,3.
Ich hörte von einem Evangelisten, der an einem Abend eine glückliche Frau in der Versammlung sah. Er fragte sie, ob sie etwas mitzuteilen habe. Sie sagte, dass sie vor acht Jahren in Sydney/ Australien gewesen wäre. Dort hätte ihr ein äl- terer Mann auf der Straße die Frage gestellt: „Wo werden Sie in der Ewigkeit sein?“ Zu dieser Zeit war sie ein ungläubiger Mensch, aber sie konnte die Frage nicht loswerden und jetzt sei sie ein Christ.
Später begegnete der Evangelist einem Mann der ihm das Gleiche berichete. Er war vier Jahre zuvor in Sydney dem gleichen Mann begegnet.
Etwas später reiste der Evangelist selbst nach Sydney. Er konnte diesen Mann ausfindig ma- chen und ihm von der Wirkung seiner Botschaft berichten. Der Mann erwiderte bewegt, dass er zum ersten Mal seit 30 Jahre davon höre, dass jemand dadurch zum Glauben gekommen sei.“
Weiter schreibt Onkel Ernie:
„Dieselbe Frage habe ich auch schon manchem gestellt, ich finde sie sehr wirkungsvoll und pas- send. Ich bekomme viele gebrauchte Kassetten geschenkt. Ich kann sie löschen und meine eige- ne Botschaft aufsprechen. Ich verteile hunderte. Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass Menschen verloren sind und das Gottes Wort nicht leer zurückkommt. Jeder der es hört, wird nass, ob er will oder nicht (Jes 55,10-11).“



Dienstag, 4. September 2012

Ignoranz

Als sie die Kirchen Indonesiens geschlossen haben, haben wir geschwiegen,wir waren ja keine Indonesier.
Als sie die Pastoren Indiens ins Gefängnis steckten, haben wir geschwiegen,
wir waren ja keine Inder.
Als sie die Kopten in Ägypten entrechteten, haben wir geschwiegen,
wir waren ja keine Ägypter.
Als sie die Christen Irans zum Tode verurteilten, haben wir geschwiegen,
wir waren ja keine Iraner.
Als sie die Christen Nordkoreas in Arbeits- und Tötungslager steckten, haben wir geschwiegen, wir waren ja keine Koreaner.
Als sie die Gläubigen in Nigeria in die Luft sprengten, haben wir geschwiegen,
wir waren ja keine Nigerianer.
Als sie uns dann holten, war keiner mehr da, der noch hätte protestieren können.

 Martin Clemens Kurz, 2012